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Eine „historische“ Metallographie-Tagung

|   2020-DGM-NL-09

Zwar fiel der weithin beliebte Gesellschaftsabend aus, doch die Teilnehmer der 54. Metallographie-Tagung wussten sich dennoch miteinander zu vernetzen und dabei ein Kaltgetränk zu genießen – auf virtueller Ebene. Die #MET2020 war Corona-bedingt von Saarbrücken aus ins Internet „umgezogen“, was dem Zuspruch der Veranstaltung jedoch keinerlei Abbruch tat.

 

Unter der organisatorischen Federführung von Tagungsleiter Prof. Dr.-Ing. Andreas Neidel (Siemens AG) kamen insgesamt über 270 Teilnehmer auf der virtuellen Plattform der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde (DGM) zusammen, um sich vom 16. bis 18. September 2020 miteinander zu vernetzen, auszutauschen und den zahlreichen Vorträgen zu lauschen. Den thematischen Höhepunkt lieferten dabei die drei gehaltenen Plenarvorträge, welche von insgesamt 32 weiteren Vorträgen sowie 15 Oral-Poster-Präsentationen flankiert wurden.

Da die Tagungs-Plattform sprichwörtlich 24/7 zur Verfügung stand, hatten die MET-Teilnehmer ausreichend Gelegenheit, um auch die virtuelle Ausstellung zu besuchen, in welcher sich acht Firmen präsentierten – die Stände können auch nach Abschluss der Tagung weiterhin besucht werden.

Feierlich wurde es gleich doppelt, als Prof. Neidel im Rahmen seiner Eröffnungsrede zwei herausragende Persönlichkeiten ehrte. So wurde Prof. Dr.-Ing. Michael Pohl (Ruhr-Universität Bochum) unter anderem für seine langjährigen Tätigen mit dem Ehrenvorsitz im Fachausschuss Materialographie bedacht, und Dr.-Ing. Jörg Trempler wurde der alle zwei Jahre vergebene „Roland-Mitsche-Preis“ verliehen.

Auch unter den zahlreichen Beitragseinreichungen wurden Preise verliehen, die durch die freundliche Unterstützung diverser Partner und Sponsoren möglich gemacht wurden. So zeichnete die Struers GmbH die drei besten Oral-Poster-Präsentationen (Best Oral-Poster Award) aus, die Buehler GmbH prämierte das „Best Paper“ der Praktischen Metallographie 2019, und der Springer Verlag vergab Buch-Voucher an die Gewinner des ausgeschriebenen Fotowettbewerbs.

Allen Teilnehmern, die nochmals den ein oder anderen Beitrag sehen, beziehungsweise die Ausstellung besuchen wollen, steht die MET-Plattform noch bis zum 4. Oktober 2020 zur Verfügung. Wer die 54. Metallographie-Tagung verpasst haben sollte, kann sich weiterhin einen Zugang sichern und so im Nachhinein alle Funktionalitäten der Tagung vollumfänglich in Anspruch nehmen.

Zum Abschluss der Veranstaltung wagte DGM-Präsident Prof. Dr.-Ing. Frank Mücklich gleich einen Ausblick in die Zukunft und lud alle Teilnehmer herzlich nach Saarbrücken ein – in der Hoffnung, dass die dann 55. Metallographie-Tagung tatsächlich vom 29. September bis 1. Oktober 2021 wieder vor Ort wird stattfinden können.

 

Prof. Dr.-Ing. Andreas Neidel (Tagungsleiter):

„Eine historische Metallographie-Tagung ist zum erfolgreichen Abschluss gekommen. Es war die 54. und erste, die ausschließlich im Netz stattfand. Nach entschlossener gemeinsamer Entscheidung der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde als Tagungsveranstalter und ihres Fachausschusses Materialographie als der für die Tagungsinhalte verantwortlicher FA wurde die geplante Präsenztagung in Saarbrücken abgesagt. Diese Entscheidung erfolgte bereits vor einem halben Jahr zu Beginn der Pandemie. Dadurch herrschte für alle Beteiligten Planungssicherheit. Die DGM wusste dies zu nutzen, um in kürzester Zeit ein Online Konferenz-System aufzubauen, das in der Branche zum Benchmark geworden ist. Der Vorbereitung der 54. Metallographie-Tagung hat das natürlich gutgetan. Die Tagung selbst verlief erstaunlich unproblematisch, obwohl nicht nur der Tagungsleiter einiges Lampenfieber im Vorfeld hatte. Da gab es bei mancher Präsenz-Tagung mehr IT-Probleme! Bei aller Betrachtung dieser Randbedingungen, die sich in diesem historischen Jahr naturgemäß in den Vordergrund drängen, soll die Tagung selbst nicht vergessen werden. Gemessen an der Zahl der Anmeldungen war es durchaus keine verkleinerte Tagung. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die das Online-Format nutzen konnten, hätten in diesem Jahr zu einer Präsenz-Tagung nicht anreisen dürfen. Das wissenschaftliche Niveau war wie immer hoch. Es gab sogar einige online-spezifische Vorteile, wie die besonders gelungene Poster-Session, die wir in dieser intensiven und konzentrierten Form von Präsenz-Tagungen nicht kennen und die Möglichkeit aller Teilnehmer, auch der Aussteller, wirklich allen Vorträgen aufmerksam folgen zu können. Beeindruckend war der "Spirit", der während der ganzen Tagung zu spüren war. Alle bemühten sich redlich, das Beste aus dieser besonderen Situation zu machen. Alle aktiv Beteiligten steckten zusätzliche Zeit in die Vorbereitungen und führten mit dem DGM-Team Test-Sessions durch, damit zum Vortragszeitpunkt alles gut funktionierte. Alles in allem blicken wir auf eine sehr gelungene Tagung zurück. Nicht, dass wir uns das als Dauerzustand wünschen würden, aber wir haben gemeinsam bewiesen: Wir können auch online!“

 

Auszüge des an die MET-Teilnehmer versandten Feedbackbogens:

„Eine professionell und exzellent organisierte virtuelle Veranstaltung.“

„Die neue Herausforderung wurde sehr gut gemeistert! Die sprachliche und visuelle Qualität der Vorträge war fast immer ausgezeichnet. Auch die Möglichkeit zu einem späteren Zeitpunkt den Vortrag erneut (oder überhaupt) zu hören, ist prima. Auf dieser virtuellen Basis bieten sich auch mehr Teilnahmemöglichkeiten bei eingeschränkter Reisefähigkeit. Da die An- und Abreisezeiten wegfallen, bin ich dafür, die Tagungszeiten wieder auf ganze Tage zu legen.“

„Das Format und die Organisation haben mir sehr gut gefallen!“

„Als Online-Angebot wurde dies sehr gut umgesetzt. Ich bin stark positiv überrascht.“

„Die Online-Vorträge sowie Möglichkeit des Streamens haben einen erfolgreichen Ersatz zur Präsenztagung geboten.“

„Sehr gute Durchführung für die erstmalige Online-Veranstaltung und deshalb ein großes Lob an alle, die zu dem Erfolg beigetragen haben.“

„Als zusätzliche Möglichkeit zur Präsensveranstaltung finde ich das sehr gut. In vielen Bereichen darf nur ein Mitarbeiter zur Veranstaltung fahren und so könnte man auch online daran teilnehmen. Auch dass man sich die Vorträge durch die Aufzeichnungen zeitlich selber einteilen kann ist sehr positiv. Dies wäre auch gut, wenn es wieder parallele Vorträge gibt, so könnte man sich diese auch noch im Nachgang anhören.“

„Für Leute mit eingeschränkter Reisemöglichkeit oder Budget öffnet man so neue Möglichkeiten sich auszutauschen. Man darf nur nicht erwarten, genau das Gleiche zu erleben wie bei einer Präsenz-Veranstaltung. Für einen Gesellschaftsabend zum Beispiel gibt es einfach keinen Online-Ersatz. Ich sehe Online-Tagungen unter "normalen Bedingungen" nicht als Ersatz, sondern eher als Ergänzung zu Präsenz-Tagungen.“

„Auf jeden Fall, solange weiterhin mit jederzeit abrufbaren Video-on-Demand Inhalten der Vorträge gearbeitet wird. Die Teilnahme ist im industriellen Umfeld leichter gegenüber der Abteilungsleitung zu argumentieren, da deutlich geringere Kosten anfallen.“

„Wie im Schlusswort bereits erwähnt, ist es somit möglich, die Vorträge auch weltweit zu verfolgen. Auch fand ich richtig toll, dass man sich Vorträge im Streaming erneut anschauen konnte, da man zwischendurch natürlich durch diese neue Form der Veranstaltung aus seiner beruflichen Umgebung nicht in der Art herausgenommen wurde, wie es bei einer Präsenzveranstaltung der Fall gewesen wäre.“

„Hohe Flexibilität und on Demand Inhalte machen es möglich jedem Beitrag auch im Nachhinein zu folgen. Dies war bei den Präsenzveranstaltungen mit z.T. parallelen Vorträgen nicht möglich. Weiter so!

„Vorteil: Wiederholtes Anhören und Ansehen der Vorträge möglich. Nachteil: Von der Diskussion bekommt man kaum was mit“

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